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10 Jahre Clearingstelle für Psychotherapie OÖ: Ein Erfolgskonzept für psychische Gesundheit

Ist die Psyche belastet, leidet die Lebensqualität. Oft merken Betroffene zwar, dass sie professionelle Unterstützung brauchen, doch sie wissen nicht, was genau ihnen helfen würde und wo in ihrer Umgebung sie diese Hilfe finden. Das innovative Konzept der Clearingstelle für Psychotherapie in OÖ stellt maßgeschneiderte Angebote zum Thema psychische Gesundheit bereit.

Die Clearingstelle – gemeinsam geführt vom Gesundheitsdienstleiter PROGES und der Oberösterreichischen Gesellschaft für Psychotherapie – ist ein Best-Practice-Beispiel, dessen Mehrwert für Betroffene in den letzten zehn Jahren bestätigt wurde.

 

Wenn Unaufgearbeitetes auf der Seele brennt, eine Krisensituation vorliegt, eine psychische Erkrankung besteht oder Unsicherheit herrscht, wo für ein bestimmtes Problem geeignete Hilfe zu finden ist, ist die Clearingstelle für Psychotherapie für viele Menschen in Oberösterreich eine wichtige Anlaufstelle geworden. Die vor zehn Jahren in Kooperation des Gesundheitsdienstleisters PROGES mit der Oö. Gesellschaft für Psychotherapie gestartete Einrichtung unterstützt Betroffene dabei, für ihr jeweiliges Anliegen so rasch wie möglich passende Unterstützung zu bekommen. Finanziert wird sie von den oö Krankenversicherungsträgern.
In der Clearingstelle für Psychotherapie, die bei PROGES in Linz angesiedelt ist, arbeiten neun ausgebildete PsychotherapeutInnen mit unterschiedlichen Quellberufen wie zum Beispiel Klinische Psychologie, Sozialarbeit und Pflege. Zusätzlich unterstützen zwei Personen die administrative Abwicklung.
PROGES-Geschäftsführerin Dr.in Doris Polzer ist stolz, wie viel mit der Clearingstelle schon erreicht wurde.
„Unsere hochengagierten und multidisziplinären Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterstützen die Hilfesuchenden dabei, so schnell wie möglich zum jeweiligen Best Point of Service zu gelangen. Sie erhalten am Weg dieses effizienten Verfahrens, der über Erstberatung und Clearing bis hin zum Assessment führt, die passgenaue Unterstützung. In den vergangenen Jahren haben wir beständig an der Weiterentwicklung der Clearingstelle für Psychotherapie gearbeitet, um möglichst vielen Menschen möglichst schnell eine hochqualitative Sachleistungsversorgung zuteil werden zu lassen“, erklärt sie.
Auf den steigenden Bedarf an therapeutischer Hilfe reagiere man auch mit kontinuierlichen Innovationen in der Weiterbildung und Qualifizierung der MitarbeiterInnen, erklärt Dr.in Polzer weiter: „Beispielsweise mit der fachspezifischen Fortbildung Schematherapie, einem neuen, sehr wirksamen psychotherapeutischen Behandlungsansatz, bei dem Grundbedürfnisse, Verhaltensmuster und Emotionen der Klientinnen und Klienten neu beleuchtet werden, um so die Weiterentwicklung beziehungsweise Veränderung der Persönlichkeitsstruktur zu ermöglichen. Diese Weiterbildung wurde von ReferentInnen des Instituts für Schematherapie in Frankfurt (IST_F) an der PROGES Akademie durchgeführt. Aktuell läuft die Grundausbildung für die Dialektisch-Behaviorale Therapie (DBT), eine Methode zur Behandlung von Borderline-Störungen sowie weiteren Störungen der Emotionsregulation.“

Beratung, Unterstützung und Aufklärungsarbeit
Wer in Oberösterreich psychotherapeutische Unterstützung benötigt, kann die Clearingstelle ganz einfach zu den Öffnungszeiten unter der kostenlosen Telefon-Hotline 0800 20 25 33 oder über das Online-Anfrageformular unter www.clearingstelle.net erreichen.
Im telefonischen Erstgespräch klären die ExpertInnen den aktuellen Bedarf und die Psychotherapie-Indikation ab,
sie beantworten Fragen zum Thema Psychotherapie und zu den Kosten, unterstützen bei der Suche nach einer geeigneten Psychotherapeutin oder einem geeigneten Psychotherapeuten und organisieren auch Therapieplätze für kostenfreie Psychotherapie in Wohnortnähe der Betroffenen.
Dr.in Heidrun Eichberger-Heckmann, die für die Fachleitung Psychotherapie bei PROGES verantwortlich ist, betont: „Das Clearing ist eine ganz spezielle Leistung. Einerseits, indem unsere Expertinnen und Experten Hilfesuchende beraten, andererseits auch, indem sie sich mit den Bedürfnissen, Ängsten und Wünschen professionell auseinandersetzen. Neben der Beratung und der diagnostischen Einschätzung leisten die Psycho-therapeutinnen und Psychotherapeuten auch sehr viel krankheitsbezogene Aufklärungsarbeit. Oft sind Klientinnen und Klienten erleichtert, da sie über konkrete Behandlungsmöglichkeiten informiert werden.“

Zwei wichtige Phasen des Clearings
Das telefonische Clearing kann im Wesentlichen in zwei Phasen unterteilt werden.
In Phase 1 geht es darum, die Anliegen der Personen aufzunehmen, Symptome einzuschätzen, festzustellen,
ob beziehungsweise welche Psychotherapie in Frage kommt, und mögliche Gefährdungsmomente abzuklären. Eine Aufnahme in die Warteliste für kostenfreie Einzel- und Gruppenpsychotherapie ist grundsätzlich immer möglich.
In Phase 2 erhalten Betroffene noch zusätzlich einen speziell für sie geeigneten, mehrstufigen Behandlungsfahrplan mit entsprechenden Kontaktadressen. Die dort aufgezeigten Möglichkeiten bieten ihnen auch abseits einer Psychotherapie Anknüpfungspunkte für wirksame Unterstützung, etwa über medizinisch-diagnostische, psychosoziale und arbeitsrehabilitative Zusatzangebote. So können sie die Wartezeit sinnvoll nutzen beziehungsweise ist in manchen Fällen eine Psychotherapie gar nicht unbedingt nötig, wenn es Alternativen gibt.
Bei der Reihung auf der Warteliste werden alle erhobenen Informationen und Empfehlungen aus dem vergangenen Clearingprozess hinterlegt. Kinder und Jugendliche werden beispielsweise automatisch immer vorgereiht, weiters gibt es ein mehrstufiges System zur Einschätzung der Dringlichkeit und Vorreihung.
 
Qualifizierte Pool-PsychotherapeutInnen können auf die Warteliste zugreifen und so KlientInnen entsprechend ihrer Ausbildung und den empfohlenen Behandlungsschwerpunkten auswählen.
Die KlientInnen werden über ein von PROGES eingerichtetes CRM-System (Customer-Relationship-Management-System) regelmäßig über ihren Wartelistenstatus informiert.

Kürzere Wartezeiten für Therapieplätze
Durch die zentrale Liste und das damit verbundene, ausgeklügelte Clearingsystem konnten die Wartezeiten für kostenfreie Psychotherapie für Oberösterreich und auch nach einzelnen Regionen aufgeschlüsselt werden. Dieser Gesamtüberblick verschaffte erstmals Klarheit über den tatsächlichen Bedarf in Oberösterreich.
Speziell der Blick auf die einzelnen Regionen zeigte, wo die Wartezeiten besonders lange waren.
Durch die Kontingentserhöhungen seitens der Sozialversicherungsträger 2018 und 2019 gelang es, die Wartezeiten in der kostenfreien Psychotherapie zu reduzieren.
Über das CRM-System kann das Team mit den KlientInnen in Kontakt bleiben und sie sogar während der Behandlungsphase bei der Terminvereinbarung unterstützen. Für viele Betroffene ist das eine zusätzliche Erleichterung.
Auch neue Anbieter können, unabhängig von ihrem technischen Know-how, in dieses System eingebunden werden. Aktuell wurde mit pro mente OÖ eine technische Schnittstelle für die Warteliste entwickelt, die einen raschen Austausch mit anderen Datenbanksystemen ermöglicht.

Role Model sorgt für mehr Effizienz
Österreichweit ist die oberösterreichische Clearingstelle für kostenfreie Psychotherapie bis heute einzigartig. Nach nunmehr zehn Jahren verfügen die beteiligten Organisationen und MitarbeiterInnen über einen reichhaltigen Erfahrungsschatz und eine umfassende Expertise. Das sieht auch Iris Aigner, LL.M. vom Kostenträger ÖGK: „Das Modell wirkt, weil es für mehr Effizienz sorgt, unnötige Wege obsolet macht und Ressourcen bündelt. Wir haben dieses Erfolgsmodell immer unterstützt. Erfahrene und innovative Umsetzungspartner mit hochqualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind die Grundlage dieses Erfolgs. Durch die kontinuierliche Aufstockung des Kontingents konnten wir in Oberösterreich noch mehr Menschen in das Versorgungssystem bringen.“
Auch für Dr. Wolfgang Schimböck, Vorsitzender der Oö. Gesellschaft für Psychotherapie, wurde mit der Clearingstelle in Oberösterreich eine wichtige Lücke geschlossen, was für die anderen Bundesländern ebenso sinnvoll wäre: „Psychotherapie darf nie nur für die Menschen da sein, die es sich leisten können. Mit der Clearingstelle haben wir in Oberösterreich erreicht, dass mehr Menschen in kürzerer Zeit kostenfreien Zugang zu psychotherapeutischen Angeboten erhalten.“

Nähere Informationen auf: https://www.proges.at/psychotherapie-clearingstelle/

 

 

v.l.n.r.: Heidrun Eichberger-Heckmann, Fachleiterin Psychotherapie Proges, Doris Polzer, Geschäftsführerin Proges, Wolfgang Schimböck, Vorsitzender Oberösterreichische Gesellschaft für Psychotherapie, Iris Aigner, Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK)