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Übergang in Pension

Dr. Edda Frank und Dr. Kurt Riemer engagiert sich für „seniors4success“ einer Plattform für Menschen vor und nach der Pensionierung. Sie wollen Menschen dabei unterstützen, den Übergang in den 3ten Lebensabschnitt aktiv zu gestalten.

Wie haben Sie sich kennengelernt bzw. wie kam es zu dieser besonderen Zusammenarbeit?

Dr.in Frank: Anlässlich einer Ideenbörse bei seniors4success habe ich den Arbeitskreis „Partnerschaft und Älterwerden“ gegründet, da mir dieses Thema ein großes Anliegen ist. Seither arbeiten Herr Dr. Riemer und ich gemeinsam in dieser Arbeitsgruppe.

Dr. Riemer: Bei Prof. Dr. Steiger. Ich kenne Ihn beruflich. Er ist der Pionier der Personalentwicklung in Österreich. Wie er bemerkte, dass das Leben nach dem Berufsende weiter geht, hat sich unser Kontakt durch senoirs4success intensiviert. Über diese Arbeitsgruppe habe ich auch Dr. Edda Frank kennen gelernt.

Sie bieten das Seminar „Gemeinsam statt einsam in den dritten Lebensabschnitt“ an der Proges Akademie in Linz an. Was darf man sich hier erwarten?

Dr.in Frank: Das Berufsende stellt eine besondere Herausforderung an die Partnerschaft dar. Das Seminar bietet die Chance, die neuen Rollen zu überdenken. Auch regt es an, einen eigenen Aktionsplan für eine erfolgreiche Bewältigung dieses Lebensabschnitts zu erstellen.

Dr. Riemer: Eine Vorbereitung und Vordenken über die neue, selbstbestimmte Lebensphase, für einen Selbst und welche Änderungen sich daraus für die Partnerschaft ergeben. Zwischen dem tatsächlichen Berufsende und meinem Grabstein gestalte ich mein Leben selbst! Um Gestalten zu können, muss ich vorher wissen was ich selbst und mein/e PartnerIn will! Speziell Frauen, die Ihr Leben in den Dienst Ihrer Familie gestellt haben, wollen beim Näherrücken des eigenen Lebensende, auch Zeit für sich selbst haben. Daraus ergibt sich, zur Überraschung der Männer, denen das nicht bewusst ist, einiges an Konfliktpotential!

Wer sollte an diesem Seminar unbedingt teilnehmen? Und warum?

Dr.in Frank: Personen ca. 3 Jahre vor bis nach der Pensionierung möglichst gemeinsam mit den Partnern.

Dr. Riemer: Vom Kindergarten bis zum Berufsende ist vieles fremdbestimmt! Als PensionistIn kann ich mein Leben selbstbestimmt gestalten. Wie viel Struktur und soziale Kontakte brauche ich? Das erste Mal in meinem Leben habe ich theoretisch keine Verpflichtungen und Zwänge! Die beruflichen Kontakte gehen verloren. Welche familiären Verpflichtungen habe ich und wie will ich mich für andere engagieren? Gibt es Talente und Sehnsüchte, die in meinem Berufsleben zu kurz gekommen sind? Wie gestalte ich jetzt mein Leben neu? Teilnehmen sollten somit alle, die ein erfülltes Leben, auch ohne bezahlte Arbeit, haben wollen.

In Pension zu gehen, ist doch prinzipiell etwas sehr Schönes, oder?Der Wecker wird endlich überflüssig und man hat Zeit für die Dinge, die man schon immer machen wollte. Warum bringt eine Pensionierung auch Probleme mit sich?

Dr.in Frank: Wenn man während des Berufslebens sehr engagiert Projekte bewegt hat, fehlen oft in der Pension neue Herausforderungen. Es ändert sich der Kreis der Kontaktpersonen und das soziale Umfeld. Auch finanzielle Einschnitte sollten bedacht werden.

Dr. Riemer: Weil es eine neue Lebensphase ist! 2 bis 3 Jahre vorher sollte ich damit beginnen, mich darauf vorzubereiten! Wenn sich zum Beispiel körperliche Einschränkungen einstellen, wird reisen nicht mehr so leicht möglich. Wichtig ist es auch, in meiner Partnerschaft, die Struktur sowie individuell eigene und gemeinsame Zeit zu finden, die für beide gut ist! Wie viel Freiraum brauche ich, wo ist mein Revier und wie gestalte ich die gemeinsam zu verbringende Zeit?

Wenn ein Partner noch arbeitet, der andere bereits seine Pensionierung genießt, kann das zu einer Zerreißprobe werden. Was raten Sie Paaren, die das gerade durchmachen?

Dr.in Frank: Prinzipiell liegt es an der neuen Rollenverteilung in der Partnerschaft, unabhängig davon, ob ein Partner bereits in Pension ist oder nicht. Die Situation erfordert, die geänderten Rollen zu besprechen und gemeinsam umzusetzen.

Dr. Riemer: Einerseits den / die arbeitende PartnerIn zu entlasten. Andererseits verstärkt meinen Hobbies und Interessen nachgehen. Reden über die eigen und fremd bestimmte Zeit!

Sie haben beide einen sehr beeindruckenden Lebenslauf. Wie sehen Sie Ihrer eigenen Pensionierung entgegen bzw. wie haben Sie Ihre eigene Pensionierung erlebt?

Dr.in Frank: Ich bin bereits seit einigen Jahren in Pension. Mein Mann begann diesen neuen Lebensabschnitt vor mir. Trotz gemeinsamer Überlegungen habe ich die erste Zeit als schwierig empfunden. Die Realität sieht anders aus als vorher erwartet.
Daher ist es mir ein besonderes Anliegen, Menschen in diesem Lebensabschnitt zu unterstützen.

Dr. Riemer: Bereite mich gemeinsam mit meiner Frau darauf vor. Das wird bei meiner Frau in etwa 1,5 Jahren und bei mir in rund 2 Jahren sein. Das ist inzwischen abgesprochen. Wir wollen uns mehr Zeit für unsere Enkelkinder nehmen, mehr Sport betreiben, mehr an Kulturveranstaltungen teilnehmen, mehr reisen und spontaner uns Zeit für Ungeplantes nehmen.

Eine letzte Frage, die uns als Gesundheitsverein immer auf der Zunge brennt: Wie achten Sie auf Ihr Wohlbefinden, auf Ihre Gesundheit?

Dr.in Frank: Ich betreibe regelmäßig mehrere Sportarten. Als Integrative Tanzpädagogin widme ich mich dem Tanz für Menschen in der Lebensmitte und danach. Ich lerne und spiele Klavier. Als Diabetesspezialistin achte ich seit vielen Jahren auf eine gesunde, schmackhafte und ausgewogene Ernährung.

Dr. Riemer: Durch Bewegung, sei es körperlich oder geistig. Vernünftige Ernährung, ausreichend Schlaf, Kontakt zu Menschen, die auf unserer Wellenlänge sind, Selbstreflexion, achten auf die eigenen Bedürfnisse, indem ich für mich selbst sorge, Genießen und im Hier und Jetzt leben.